Konflikte gehören auch zur internationalen Jugendarbeit. Unterschiedliche Erfahrungen, historische Perspektiven, Kommunikationsstile und persönliche Grenzen können zu Missverständnissen führen – gleichzeitig bieten gerade diese Unterschiede die Chance, voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Mit diesem Gedanken startete unser Erasmus+ Training „Between the Lines: Dialogue, Reflection and Conflict Management in International Youth Work“, das vom 10. bis 13. September 2026 in Furth im Wald stattfand.

Ein wichtiger Teil des Trainings war die Auseinandersetzung mit Geschichte, Identität und unterschiedlichen Perspektiven. Gemeinsam mit unserem Referent Matthias Melcher beschäftigten sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Formen von Erinnerung und der Frage, wie historische Ereignisse bis heute unsere Wahrnehmung und unsere Perspektiven beeinflussen können. Dabei ging es auch darum, wie historische Narrative entstehen, wer sie prägt und welche Rolle Erinnerungsorte und unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven dabei spielen. Die Auseinandersetzung blieb dabei nicht nur theoretisch. Bei einer interaktiven Stadterkundung beschäftigte sich die Gruppe mit der Geschichte und Identität der Region.
Im nächsten Schwerpunkt wurde es noch praktischer. Gemeinsam mit Markus Merz beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Konfliktmanagement und Gewaltfreier Kommunikation in der Jugendarbeit. Im Mittelpunkt standen unter anderem unterschiedliche Kommunikationsstile, Missverständnisse in internationalen Gruppen, persönliche Grenzen und die Frage, wie sichere Räume geschaffen werden können. Auch konkrete Konfliktfälle wurden gemeinsam analysiert und diskutiert. Besonders wichtig war dabei der praktische Austausch: Die Teilnehmenden brachten eigene Erfahrungen aus ihrer Arbeit mit jungen Menschen ein und konnten verschiedene Ansätze gemeinsam reflektieren. In einer Simulation wurden anschließend Methoden zur Deeskalation, zum aktiven Zuhören, zur Gewaltfreien Kommunikation und zur Mediation praktisch ausprobiert.

Von den Erfahrungen der anderen lernen
Besonders bereichernd war die Zusammensetzung der Gruppe. Mit insgesamt 31 Teilnehmenden aus Deutschland, Polen, Tschechien und der Slowakei war das Training internationaler als ursprünglich erwartet. Viele der Teilnehmenden brachten bereits eigene Erfahrungen aus der Jugendarbeit, aus Erasmus+-Projekten oder aus der Arbeit in unterschiedlichen Organisationen.
Dadurch entstand von Anfang an ein intensiver Austausch. Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und Arbeitskontexten wurden geteilt, Methoden gemeinsam ausprobiert und unterschiedliche Sichtweisen diskutiert. Die hohe Motivation und das Engagement der Teilnehmenden trugen dazu bei, dass sich im Laufe der vier Tage eine offene und vertrauensvolle Gruppendynamik entwickelte.

Unsere Ergebnisse
Das Training gab den Teilnehmenden nicht nur Raum für Austausch und Reflexion, sondern auch konkrete Impulse für ihre eigene Arbeit mit jungen Menschen. Sie entwickelten ein besseres Verständnis dafür, wie historische Erfahrungen, Identität und unterschiedliche Perspektiven die Wahrnehmung von Konflikten beeinflussen können.
Gleichzeitig konnten sie praktische Ansätze für den Umgang mit Konflikten kennenlernen und ausprobieren – von Gewaltfreier Kommunikation und aktivem Zuhören bis hin zu Methoden zur Deeskalation und Mediation. Auch die Auseinandersetzung mit Medienkompetenz und Hate Speach erweiterte den Blick auf Herausforderungen, mit denen junge Menschen heute konfrontiert sind.

Besonders wertvoll war dabei der Austausch untereinander: Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Erfahrungen aus der Jugendarbeit ein, verglichen unterschiedliche Ansätze und entwickelten gemeinsam neue Ideen für ihre Praxis. So entstanden nicht nur neue Kenntnisse und Methoden, sondern auch mehr Sicherheit darin, Dialog zu fördern, mit schwierigen Situationen umzugehen und inklusive sowie sichere Lernräume für junge Menschen zu gestalten.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, Referent*innen und unseren Partnerorganisationen LOGOS NGO aus Polen, Díky, že můžem aus Tschechien und Youth for Equality aus der Slowakei für vier intensive, offene und inspirierende Tage in Furth im Wald!
Das Training wurde im Rahmen des Erasmus+ Programms der Europäischen Union gefördert.



